cittaslow

Bewusstes Leben im Zeichen der Schnecke

Langsame Stadt. Dies bedeutet kurz und knapp die Übersetzung der italienisch-englischen Wortkombination Cittaslow (citta = Stadt; slow = langsam). Doch dahinter verbirgt sich eine internationale Bewegung, die den bewussten und entschleunigten Umgang mit den wichtigen kommunalpolitischen Themen und Entscheidungen zur konkreten Philosophie macht.

Cittaslow steht deshalb nicht nur für die einzelnen Städte, sondern für ein ganzes Netzwerk, das auf der Grundlage der Agenda 21 durch eine nachhaltige und behutsame Stadtentwicklung mehr Lebensqualität erreichen will. „Eine Gesellschaft, die keine Zeit hat, lebt nicht“, hat der Schweizer Zeitforscher Ivo Muri einmal formuliert. Slow steht deshalb bei Cittaslow für die Erkenntnis, dass Hast und Hetze dem Zusammenleben von Menschen abträglich ist. Stolzes Symbol der Organisation ist deshalb eine orangefarbene Schnecke, die auf ihrem Haus die Silhouette einer Stadt trägt.

Jede Cittaslow darf sich nach der offiziellen Aufnahme im Verbund mit dieser Schnecke schmücken und sozusagen zur langsamen Stadt krönen. Dabei liegt der Fokus auf kleineren Städten unter 50.000 Einwohnern.
Das Ziel:
In einer globalisierten und immer hektischer werdenden Welt die lokale Identität und Unverwechselbarkeit in vielen Lebens- und Wirtschaftsbereichen bewahren und weiterentwickeln.

cittaslow Geschichte

Warum es sich lohnt, dem Netzwerk beizutreten

Cittaslow - mehr als nur eine Philosophie.

In Zeiten zunehmender Schnelllebigkeit, Komplexität der Arbeitswelt und steigender Belastung der Umwelt, sehnen sich Menschen nach nachhaltigen Gegenentwürfen, nach Lebensqualtität, nach Entschleunigung.

Cittaslow, die internationale Vereinigung der lebenswerten Städte bietet diese Entwürfe seinen Mitgliedern. Inhalte und Konzepte zum regionalen Umweltschutz, zur Förderung des lokalen und regionalen Charakters der Gemeinden und zum Schutz und zur Stärkung lokaler Wurzeln, ihrer Kultur und ihrer Tradition stehen dabei genauso im Mittelpunkt, wie eine gelebte und authentische Gastfreundschaft oder die Einbindung aller Menschen durch größtmögliche Barrierefreiheit.

Gemeinden, die dem Netzwerk beitreten und diesen Inhalten und Konzepten folgen, werden sehr bald zu positiven Ergebnissen in ihrer Stadt- und Ortsentwicklung kommen. Die Lebens- und Aufenthaltsqualität werden sich weiter positiv entwickeln genauso wie die Identifizierung der Bürger mit ihrer Heimatgemeinde und der Region. Das Zusammenleben und die Gemeinschaft aller Gesellschaftsgruppen werden gestärkt und eine intakte Natur- und Kulturlandschaft fördert schließlich auch eine nachhaltige und zukunftsweisende Tourismusentwicklung.

Cittaslow – das Konzept für eine lebenswerte Zukunft.

Wissenschaftliche Studie des Bundesministeriums

Chancen des cittaslow-Konzeptes für eine nachhaltige Entwicklung von kleinen Städten in Deutschland

Unter dem Titel „Lokale Qualitäten, Kriterien und Erfolgsfaktoren nachhaltiger Entwicklung kleiner Städte – cittaslow“ veröffentlichte 2014 das Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung eine Studie zu den Chancen, die der cittaslow-Gedanke für eine nachhaltige und kooperative Stadtentwicklung kleiner Städte bietet.

In dieser Studie wird wissenschaftlich erläutert, dass cittaslow ein tragfähiges Konzept im Sinne einer integrierten Stadtentwicklung darstellt und den Blick auf vorhandene Entwicklungspotenziale lenkt. Deutlich wird in der Studie auch, dass eine Übertragbarkeit des cittaslow-Ansatzes durch Lern- und Transfereffekte erfolgreich auf andere Städte erfolgen kann.

Hier finden Sie die Studie als Download PDF
(Größe 2MB)

Tourismus und Lebensqualität in Cittaslow-Städten

Kooperation zwischen cittaslow Deutschland und der Fachhochschule Westküste

Die Fachhochschule Westküste in Heide besitzt mit dem Institut für Management und Tourismus (IMT) einen der ersten Lehrbereiche in Europa, die sich dem Thema „slow tourism“ aus wissenschaftlicher Sicht widmen. Unter dem Begriff „slow tourism“ lassen sich diverse Arten des Tourismus zusammenfassen, die sich mit den Begriffen (Lebens-)Qualität, Entschleunigung, Sinnhaftigkeit, Muße, Tradition und Nachhaltigkeit beschreiben lassen.

Cittaslow-Präsident Manfred Dörr und Tourismus-Geschäftsführer Stefan Wemhoener erhoffen sich durch diese außergewöhnliche Kooperation eine wissenschaftliche Basis für die zukünftige Weiterentwicklung der touristischen Aktivitäten der cittaslow Deidesheim sowie des gesamten Netwerkes. Ein „schlagkräftiges Netzwerk aus Theorie und Praxis“ soll die cittaslow-Aktivitäten mit Hilfe aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse verknüpfen und optimieren. Es sollen Synergieeffekte erzielt werden, die für alle Partner Vorteile bringen.

Studie „Tourismus und Lebensqualität in Cittaslow-Städten“

Im Jahr 2017 erstellte das Institut für Management und Tourismus der Fachhochschule Westküste eine Studie zum Thema „Tourismus und Lebensqualität in Cittaslow-Städten“. Im Rahmen der Studie wurden Einwohnerinnen und Einwohner aus den drei Cittaslow-Städten Bad Essen, Deidesheim und Meldorf befragt. Ziel der Befragung war es, neue Erkenntnisse über die Lebensqualität, die Zufriedenheit und den Tourismus in Cittaslow-Städten in Deutschland zu erlangen.

Im Fokus der Untersuchung standen die Rolle des Tourismus, die Eigenschaften bzw. die Persönlichkeiten der drei ausgewählten Cittaslow-Städte, die Wichtigkeit und die Zufriedenheit mit verschiedenen Aspekten, die Bekanntheit der Initiative Cittaslow sowie Auswirkungen der Mitgliedschaft in Cittaslow Deutschland.

Die Studie zeigt insgesamt eine hohe Zufriedenheit der Einwohnerinnen und Einwohner mit ihrer Lebensqualität. Auch wird der Tourismus in den Orten in der Summe positiv beurteilt ebenso wie die Mitgliedschaft der Städte in der Vereinigung Cittaslow Deutschland, durch die 29% der Befragten im Durchschnitt über alle Orte eine Verbesserung der Lebensqualität wahrnehmen. Die Studie zeigt zudem Wünsche und Anregungen aus Sicht der Einwohnerinnen und Einwohner für die weitere Entwicklung der Städte auf.


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